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ie Reportage - Splitter

Große Seifenblasen und tierische Geschichten

 

Von Peter Dietrich

Das Kinderfest am Flughafen Stuttgart zog wieder einmal die Massen an: Insgesamt strömten mehr als 20 000 große und kleine Menschen am 17. August bei sommerlichen Temperaturen zum Airport. Dort herrschte an Attraktionen kein Mangel - zum Basteln, Klettern oder einfach nur zum Schauen.

Unglaublich, was der Zoll in manchem Urlaubsgepäck entdeckt: Erst vor einigen Tagen waren es vier noch halblebendige Chamäleons in Papiertüten. Die wanderten sofort zur Pflege in die Wilhelma. Ausgestopfte Tiere, Kakteenholz und Elfenbeinschnitzereien konnten kleine und große Besucher hingegen am Infostand bestaunen. Besonders beliebt waren allerdings die Zollsiegel aus Draht: die machen sich gut als Armbändchen.

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Aus Kirchheim/Teck waren die Zwillinge Tabea und Lea (3 3/4 Jahre) zum Kinderfest gekommen. Auf der Aussichtsterrasse stärkten sie sich mit einem Vesper, um anschließend die Oldtimer zu bestaunen. Ob sie schon mal geflogen seien? Nein, nur die Mama. "Aber die fliegt nie wieder, die hat Angst vor einer Bruchlandung", meinen die beiden. Und wenn die Mama nicht fliegen möchte, dann wollen sie es natürlich auch nicht.

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Anstatt zu schreiben, solle man doch gleich einen Besuch machen, wirbt einer der neuen Billigfluganbieter. Aber hallo - wie sollen die Kinder gut Schreiben und Lesen lernen, wenn nicht mal mehr ein Brief an Oma fällig ist? Nicht alles, was sich Marketingstrategen so ausdenken, ist auch pädagogisch wertvoll.

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Lang war die Schlange bei Jürgen Fröschlin vom Familienpark Villingen-Schwenningen: Alle wollten seine kunstvoll geknoteten Luftballons. Ob er auch ein Flugzeug formen könne? Natürlich, schließlich sei er schon das fünfte oder sechste Mal beim Kinderfest am Airport. Doch jetzt habe er schon mit einem Motorrad begonnen. Anja (drei Jahre) und Nicole (vier Jahre) aus Musberg freuten sich über ihre Harleys, wussten dann aber doch nicht so recht, wo oben und unten sei. Papa half ein wenig nach: "Schaut mal, das sind die Räder und hier ist der Lenker!"

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Wo geht's denn hier zu P3? Der Flughafen ist so groß, dass nicht einmal die freundliche Flughafenmitarbeiterin jeden Winkel kennt. "Fragen Sie da drüben an der Info, die Mädchen sind fitter als ich, was Parkplätze betrifft und so." Stimmt, die wissen es: "Einfach zur Tür raus und dann immer links halten."

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54 Meter, so hoch fährt der Feuerwehr-Teleskop-Mast. Wer am Gewinnspiel teilnehmen wollte, musste die Antwort auf diese Fragen kennen. Wie oft der Feuerwehrmann diese Frage heute schon beantworten musste? "Eigentlich wenig", meint er, "da hinten steht es auf der Infotafel." Wir ahnten es ja schon immer: Wer lesen kann, der ist eindeutig im Vorteil.

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Hier sagen sich Fuchs und Hase "Gute Nacht": Weil es den Hasen am Flughafen so gut gefällt, dass sie die Disziplin bei der Familienplanung verlieren, müssten sie öfter gejagt werden, erklärt Flughafenmitarbeiter Franz Reich bei einer Busrundfahrt über das Rollfeld. 18 Hasen hätte man im letzten Dezember erlegt, und ein Fuchs sei auch dabei gewesen. Was heute auf dem Rollfeld raucht, ist allerdings kein Jagdgewehr: "Seht ihr die Rauchwolke bei der Landung?", fragt er, und liefert die Erklärung gleich nach: "Das kommt von den Rädern, die beim Aufsetzen noch still stehen."

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Wer hat mehr Geduld - die Fotografen oder die Kinder? In der "Bubbletown" konnten die Besucher Seifenblasen in XXL-Größe herstellen - allerdings nur, wenn sie den richtigen Dreh raus hatten. Das kann dauern: Zeitweise warteten mehrere Fotografen gleichzeitig auf den kindlichen Erfolg -  immer den Finger am Auslöser.

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Beliebt waren die Rundfahrten im gepanzerten Fahrzeug des Bundesgrenzschutzes (BGS). Etwa sieben Kinder passten hinein - Eltern mussten meistens draußen bleiben. "Einer Panzerfaust würde das Fahrzeug nicht standhalten, erklärt BGSler Steffen Hansel, aber gegen Gewehrschüsse sei es immun." 15 oder 20 Jahre alt sei das Fahrzeug, das ständig am Flughafen in Bereitschaft ist. "Hoffentlich ist mir mein Chef nicht böse, wenn ich erzähle, was für eine alte Gurke wir hier haben", schmunzelt er. Der sechsjährigen Cornelia hat die Fahrt gut gefallen: "Heiß war es da drin nicht und wir sind schnell gefahren."

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Rottweiler Alex hat hitzefrei: Weil der Sprengstoffspürhund immerhin schon zehn Jahre alt ist, musste er bei den Vorführungen von BGS und Zoll sein Können nicht mehr demonstrieren. Dafür zeigten drei Schäferhunde, wie man einen Straftäter stellt und an der Flucht hindert. Bei einem Alarm wären die Hunde direkt aus der Vorführung zum Einsatz gerufen worden. Was Polizeihauptmeister Volker Marx freut: Fluggäste und Personal seien inzwischen sensibilisiert und würden unbeaufsichtigtes Gepäck schnell melden: "Lieber holt man uns einmal zuviel als einmal zu wenig." Für Straftäter sind die Schutzhunde gefährlich, für Brave nicht. "Streichelzoo machen wir trotzdem keinen", erklärte Marx, sonst meinten die Kinder später, man könne jeden Hund streicheln, und da könnten sie an den Falschen geraten.

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